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Innovationismus?

Landauf, landab wird in der Ratlosigkeit des Frankenschocks die Innovation zum Prinzip erklärt. Inflationär wird die Maxime für alles empfohlen, wofür man keine Lösung hat.

Ohne den Begriff Innovation zu erläutern, überlassen die Fachgelehrten den ratlosen Hotelier seinem Schicksal. Dass nur gerade 6% wirklich innovativer Startups erfolgreich sind, wird tunlichst verschwiegen. Kritisch betrachtet, erkennt der passionierte Hotelier aber, dass die Branche kreative Lösungsansätze benötigt und Massnahmen, die zeitnah realisierbar sind. Schon die alten Schulbücher haben uns gelehrt, was die Praxis beweist: Ein geschärftes Profil stärkt die Marktstellung. Internationale Hotelketten haben mit ihren differenzierten Markenstrategien die Zeichen der Zeit längst erkannt. Der Wandel vom einst uniformen, stark standardisierten Markenprodukt hin zum am Kundenbedürfnis orientierten Lifestyle-Gebilde ist die Realität des 21. Jahrhunderts. Entsprechend bieten auch Tourismus- und Verbandsorganisationen zielgruppenspezifische Marketingplattformen an. Das ist richtig und wichtig, aber es ist weder Instrumentarium zur Profilierung des eigenen Produktes noch zur Differenzierung von der grossen Masse.

Das Bedürfnis nach individuellen Beherbergungsangeboten entspricht dem Zeitgeist, das beweist alleine schon der wachsende Erfolg von Angeboten wie Airbnb. Wer ein solches Angebot einmal gebucht hat, weiss, dass der Preis nicht das einzige Entscheidungskriterium ist.

«Der Tüchtige wird belohnt» war gestern, der Kreative «takes it all» ist heute! Der Mut zur Nische und zum geschärften Profilist der Tribut, den die Euroschwäche fordert, denn ein fantasieloses Bettenangebot ist chancenlos im weltweiten Online-Kaufhaus der Emotionen mit seinen auf Schnäppchenmaximierung getrimmten Kunden.

Die stark fragmentierte Schweizer Hotellerie hat nicht nur Geschichte und schöne Berge zu bieten. Jedes Haus hat seinen eigenen Charakter und diesen gilt es zu stärken und damit eine Nische im globalisierten Marktplatz zu besetzen. Aber: Eine Nische konsequent zu besetzen, braucht auch Energie und Ausdauer –und es ist definitiv keine Rettung für Betriebe am Abgrund. Es ist aber ein Weg, der aus der Banalität des globalen Schlafangebotes führt.

Wie aber und wo findet der kreative Hotelier seine Nische? Nun, am Anfang stehen ein strukturierter Prozess und eine Vision. Was wiederum finanzielle Investitionen und das Binden von weiteren Ressourcen voraussetzt. Aber der in Aussicht gestellte «Return on Investment» verspricht, erfolgreich zu sein und damit unabhängig zu bleiben.

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